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Heimatmuseum zeigt Ausstellung über den Einsatz ostwestfälischer Soldaten in Tsingtau

1897 hatte das Deutsche Kaiserreich das „Deutsche Schutzgebiet Kiaotschau“ erworben. Als Hauptstadt dieses Gebiets war die Stadt, die im deutschen damals „Tsingtau“ und heute „Qingdao“ geschrieben wird, Sitz des deutschen Gouverneurs und Garnison des III. Seebataillons der Marine. Mit der Kriegserklärung Japans an Deutschland wurden die dort lebenden Soldaten in den Kriegsdienst berufen und nahmen an meist aussichtslosen Verteidigungskämpfen teil. Darunter waren auch drei ostwestfälische Soldaten, um deren Leben sich die gezeigte Ausstellung dreht. 

Einer der Soldaten war der am 2. Mai 1888 in Marienfeld geborene Joseph Brügge. Nach seiner Ausbildung zum Gärtner in Reutlingen wurde er in Rüdesheim gemustert und in die Stammabteilung der Matrosen-Artillerie Kiautschau eingestellt. Nach seiner 2-jährigen Dienstzeit kehrte Brügge nicht zurück, sondern ließ sich dauerhaft in Tsingtau nieder, wohl als angestellter des Seezollamts. Mit der Kriegserklärung Japans an Deutschland wurde Brügge als Obermatrosenartillerist für den Kriegsdienst aktiviert und nahm an Verteidigungskämpfen teil. Am 7. November 1914 geriet er in japanische Kriesggefangenschaft. Im März 1919 kehrte er nach Marienfeld zurück. Am 4. März 1920 endete seine Dienstzeit bei der Marine.

Zum Aufbau seiner Existenz pachtete er von der von Korffschen Gutsverwaltung Gärten östlich der ehemaligen Abteikirche an und Ab 1932 war eine "Gärtnerei Brügge" in den Adressbüchern gelistet, die er 1960 an seinen Sohn Alfred übergab. Joseph Brügge verstarb am 3. Dezember 1968.

Die Ausstellung war auch im Stadtmuseum Gütersloh und im Kreishaus Warendorf zu sehen und wird nun erstmals im Geburtsort von Joseph Brügge gezeigt. Nach der Eröffnung am 4. Juli mit geladenen Gästen kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Heimatmuseums Marienfeld besucht werden.

Als weiterführende Literatur empfehlen wir den Beitrag "Josef Brügge - Von Marienfeld über Tsingtau in japanische Gefangenschaft" von Eckhard Möller im Heimatjahrbuch 2015.