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Teil 4 - Kranz kaufen

Schützenfestsonntagnachmittag auf dem Festplatz am "Waldschlößchen". Es wird immer spannender, der Vogel im Kugelfang, dreht sich, kippt nach rechts, kippt nach links und fällt endlich. Hurra, wir haben einen neuen König / Königin.

Alle Köpfe recken sich, wer hat denn den Vogel abgeschossen? Unser Nachbar ist es! Nun aber schnell alle anderen Nachbarn informieren, wir treffen uns an der Theke. Der Kranz des alten Königs muss geholt werden, um die Haustür des neuen Regenten schmücken zu können. Jetzt werden die Nachbarn des alten Königs auf dem Platz gesucht, beziehungsweise werden angerufen, es muss ein Termin zur Abholung des Kranzes festgelegt werden. Der Kranz wird für eine Flasche Schnaps und eine Kiste Bier abgekauft.

Schnell geht es zum Haus des neuen Königs, damit dieser, wenn er vom "Waldschlößchen" nach Hause kommt, seine fleißigen Nachbarn beim Schmücken vorfindet und diese tatkräftig mit etwas flüssiger Nahrung beim Kränzen unterstützen kann. Der Kranz wird mit kleinen Fähnchen geschmückt.

In der Regel wird der Kranz am darauf folgenden Wochenende abgenommen.

Im kommenden Jahr wird in der Schützenfestwoche oder dem letzten Wochenende vor dem Schützenfest Grün geholt. Der Kranz muss nicht unbedingt aus Tannengrün gebunden sein. Eichenlaub oder sogar eine Kombination aus Beidem sieht sehr gut aus. Oft wird ein Schild gemalt, auf diesem lässt die Nachbarschaft nochmals ihren König hochleben. Der Kranz wird am Donnerstag vor dem Schützenfest aufgehängt.

Nun wartet die Nachbarschaft auf die Dinge, die dann am Schützenfestsonntag auf sie zukommen (Kranz wird für eine Flasche Schnaps und eine Kiste Bier von der Nachbarschaft des neuen Regenten / der neuen Regentin abgekauft...).

Wie die einzelnen Abläufe geregelt werden, sprich Getränke etc. ist jeder Nachbarschaft selbst überlassen...

Herbert Vögeler