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Der Heimatabend 2008 wird mit dem Großen Zapfenstreich beendet werden. Der Große Zapfenstreich ist ein alter militärischer Brauch. Seine Ursprünge liegen im 16. Jahrhundert. Die Ehrenerweisung besteht aus einer genau festgelegten Abfolge musikalischer Elemente und militärischer Zeremonie und wurde in der kaiserlichen Armee, der Reichswehr und der deutschen Wehrmacht gepflegt. Auch die Bundeswehr führt ihn zu besonderen Anlassen auf. Die heuteoch gebräuchliche Form mit Aufmarsch und Musik, die zum Programm vielerHeimat- und Schützenfeste gehört, wurde von Wilhelm Wieprecht, dem Direktoraller Musikkorps des Preußischen Gardekorps, zusammengestellt. Die Zeremonie wurde unter seiner Leitung am 12. Mai 1838 in Berlin erstmals aufgeführt.

Der Zapfenstreich, ursprünglich der Zeitpunkt, zu dem auf ein Trommler- oder Hornsignal im Feldlager Ruhe zu herrschen hatte und die "Zapfen" an den Bierfässern der Marketender zu "streichen" waren, das heißt der Ausschank eingestellt wurde.

Der Große Zapfenstreich ist eine militärmusikalische Zeremonie, die nur zu besonderen Anlässen aufgeführt wird, wobei im Allgemeinen ein Musikkorps sowie eine Kompanie und Fackelträger mitwirken. Er besteht aus einer vorangehenden Serenade, die Werke großer Meister und besonders Lieblingsmelodien des mit dem Zapfenstreich zu Ehrenden enthält, und dem eigentlichen Zapfenstreich mit der Folge: Locken, Zapfenstreichmarsch, Harmonischer Zapfenstreich, Zeichen zum Gebet, Gebet ("Ich bete an die Macht der Liebe ..."), Abschlagen nach dem Gebet, Ruf nach dem Gebet (dem Amen in der Liturgie entsprechend), Nationalhymne.

Wir haben an dieser Stelle bewusst darauf verzichtet, den Großen Zapfenstreich bis ins Kleinste zu erläutern. Als Quellen für diese Kurzzusammenfassung dienten die Internetseite des Bundesministeriums der Verteidigung sowie das Lexikon wissen.de.

Ludwig Deitermann